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<title>Quick Response</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Quick Response</span></h1>
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<p><b>Quick Response</b> (engl.; dt.: etwa <i>Rasche Reaktion</i>) ist eine <a href="Strategie_(Wirtschaft)" title="Strategie (Wirtschaft)">Strategie</a> mit dem Ziel, schneller auf die <a href="Marktentwicklung" title="Marktentwicklung">Marktentwicklung</a> reagieren zu können. Sie baut auf einer <a href="Kooperation" title="Kooperation">Kooperation</a> zwischen <a href="Einzelhandel" title="Einzelhandel">Einzelhandel</a>, <a href="Distributor" class="mw-redirect" title="Distributor">Distributoren</a> und <a href="Produktion" title="Produktion">Produzenten</a> auf und soll sowohl den Informations-, als auch den Warenfluss beschleunigen.
</p><p>Quick Response führt zu einer Minimierung der Reaktionszeit auf unvorhergesehene Änderung der <a href="Nachfrage" title="Nachfrage">Nachfrage</a> sowie zu einer Reduktion der Lagerbestände in der gesamten Lieferkette. Der permanente Informationsaustausch wird durch die Verknüpfung der <a href="Informationssystem" title="Informationssystem">Informationssysteme</a> erreicht. Meist wird hierzu ein <a href="Electronic_Data_Interchange" class="mw-redirect" title="Electronic Data Interchange">EDI</a>-Standard eingesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Konzept">Konzept</h2></div>
<p>Quick Response ist vor allem für Unternehmen geeignet, deren Produkte eine schwankende Nachfrage haben, technisch komplex oder neu auf dem Markt einzuführen sind.
</p><p>Der Lebensmittelhersteller <a href="Nestl%C3%A9" title="Nestlé">Nestlé</a> und das Textilunternehmen <a href="Levi_Strauss" title="Levi Strauss">Levi Strauss</a> sind nur zwei Beispiele für Organisationen, die Quick Response implementiert haben, um ihre Effizienz zu steigern.
</p><p>Das Konzept wurde von der Unternehmensberatung Kurt Salmon Associates in den USA entwickelt. In der Textilindustrie arbeiteten zwar einzelne Teilprozesse effizient, das Gesamtsystem war jedoch äußerst ineffizient, da die Kommunikation zwischen den einzelnen Wertschöpfungsstufen gering war. Wesentliche Elemente des Modells sind:
</p>
<ul><li>Die Einführung von <a href="Barcode" class="mw-redirect" title="Barcode">Barcodes</a> und <a href="Scannerkasse" title="Scannerkasse">Scannerkassen</a></li>
<li><a href="Electronic_Data_Interchange" class="mw-redirect" title="Electronic Data Interchange">elektronischer Datenaustausch</a> (EDI)</li>
<li>die Veränderung interner Prozesse, vor allem durch <a href="Automatisierung" title="Automatisierung">Automatisierung</a></li>
<li>ein gemeinsames Management der <a href="Lieferkette" title="Lieferkette">Lieferkette</a> im Hinblick auf Konsumentenzufriedenheit</li>
<li>Kooperationen in den Bereichen Marketing, Forschung und Entwicklung</li></ul>
<p>Mit Hilfe der am <a href="Verkaufsort" title="Verkaufsort">Verkaufsort</a> gewonnenen Daten und Weitergabe dieser Informationen an alle Kettenmitglieder sollen verbesserte Absatzprognosen erstellt werden. In der Folge können Lieferprozesse effizienter geplant werden.
</p><p>Aufgrund der großen Erfolge des Konzeptes in der Textilbranche, haben viele Unternehmen aus verschiedenen Industriezweigen das Konzept weiterentwickelt und an individuelle Bedürfnisse angepasst.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kritische_Würdigung"><span id="Kritische_W.C3.BCrdigung"></span>Kritische Würdigung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Vorteile">Vorteile</h3></div>
<p>Ein Unternehmen, das Quick Response implementiert hat, profitiert unter anderem von folgenden Vorteilen:
</p>
<ul><li>Reduktion der <a href="Durchlaufzeit" title="Durchlaufzeit">Durchlaufzeiten</a> um 80 bis 95 %</li>
<li>Reduktion der Produktionskosten um 15 bis 30 %</li>
<li>Verbesserung der zeitgerechten Lieferleistung von 60 % auf 99 %</li>
<li>Reduktion von Abfall und Nacharbeit um 80 % und mehr</li></ul>
<p>Weitere Vorteile durch den Vergleich von Quick Response mit <a href="Schlanke_Produktion" title="Schlanke Produktion">Schlanke Produktion</a> oder <a href="Just-in-time-Produktion" title="Just-in-time-Produktion">JiT</a>-Verfahren:
</p>
<ul><li>Die grundlegende Unterscheidung besteht in der zeitbezogenen Denkweise. Während die traditionellen Politiken versuchen Verschwendung zu reduzieren, sind alle Prinzipien und Strategien von Quick Response Manufacturing auf die Reduktion der Durchlaufzeiten ausgerichtet.</li>
<li>Dadurch wird das Management befähigt, ein einziges Ziel für die gesamte Organisation zu kommunizieren, auf das sämtliche Politiken auszurichten sind.</li>
<li>Quick Response ist eine unternehmensweite Strategie, während JIT und Schlanke Produktion sich vornehmlich auf Bereiche Beschaffung und Fertigung konzentrieren.</li>
<li>Die positiven Aspekte von Push- und Pull-Strategie werden situationsabhängig kombiniert.</li>
<li>Die Reaktion auf Schwankungen wird auf bestimmten Märkten als Chance gesehen, Wettbewerbsvorteile zu realisieren. Hingegen versuchen JIT und Schlanke Verfahren lediglich, Schwankungen zu eliminieren. Quick Response schafft somit eine effektive Organisationsstruktur, um mit gegebenen Situationen umzugehen und Märkte zu versorgen.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Nachteile">Nachteile</h3></div>
<p>Trotz der offensichtlichen Vorteile in der Anwendung sehen sich einige Manager mit Problemen der Implementierung der Quick-Response-Strategie konfrontiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Implementierung_von_Quick_Response">Implementierung von Quick Response</h2></div>
<p>Ein unternehmensweites Verständnis der Grundlagen muss gegeben sein, was bedeutet, dass jedes Organisationsmitglied wissen muss, was Quick Response bedeutet, warum es notwendig ist und wie es funktioniert. Weiterhin ist die Politik in allen Bereichen und auf allen Ebenen einzuführen.
</p><p>Die Implementierung sollte nicht durch eine schlagartige Reorganisation der gesamten Unternehmung erfolgen, sondern schrittweise. Empfohlen ist die Fokussierung auf ein Marktsegment, bei dem die Chance besteht, dass ein kleiner Teil der Organisation den Markt während der Reorganisation versorgen kann. So können Risiken und Investitionen minimiert werden, während der Lernprozess im ganzen Unternehmen abläuft.
Die Reduktion der Durchlaufzeiten kann nicht als Taktik durchgeführt werden, sondern muss als Quick-Response-Strategie von der Führung geleitet werden.
</p><p>Um die gewünschten Ziele zu erreichen, müssen Unternehmen traditionelle Vorgehensweisen ändern und organisationale Strukturen neu definieren.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Continuous_Replenishment" title="Continuous Replenishment">Continuous Replenishment</a></li>
<li><a href="Efficient_Consumer_Response" class="mw-redirect" title="Efficient Consumer Response">Efficient Consumer Response</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Rajan Suri: <i>Quick Response Manufacturing – A Company Wide Approach to reducing Lead Time</i>, ISBN 1-56327-201-6</li>
<li>D. Ahlert, J. Becker, R. Olbrich: <i>Informationssysteme für das Handelsmanagement</i>, ISBN 3-540-63584-X</li>
<li>Thomas Rümenapp: <i>Strategische Konfiguration von Logistikunternehmen</i>, ISBN 3-8244-7757-2</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.enzyklopaedie-der-wirtschaftsinformatik.de/wi-enzyklopaedie/lexikon/informationssysteme/crm-scm-und-electronic-business/Supply-Chain-Management/Kooperationmodelle-im-SCM/Quick-Response">Quick Response</a> Autor: Kai Riemer, In: <i>Enzyklopädie der Wirtschaftsinformatik.</i> Abgerufen am 26. Januar 2015</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2024-10-04" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Quick_Response&oldid=249128361">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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